Warum sollte man tar-Archive, die als Backup dienen, nicht mit gzip
komprimieren?
tar komprimiert selbst, eine weitere Komprimierung ergibt daher keinen Gewinn.
Durch die Komprimierung wird die Erstellung des Backup zu sehr verlangsamt.
Durch die Komprimierung ist das Backup empfindlicher gegen Beschädigungen.
Einzelne Dateien lassen sich nur aus einem unkomprimierten Tar-Archiv wiederherstellen.
LPI-Lernziel Grundlegende Dateiverwaltung (103.3)
Wie Dateien von gzip komprimiert werden, können Sie u.a. unter dem
Stichwort »Lempel-Ziv-Codierung (LZ77)« im Internet nachlesen. Eine
Datenkomprimierung bedeutet immer die Beseitigung von Redundanz. Wenn
eine mit gzip komprimierte Datei beschädigt wird, kann es sein, dass
sie sich nicht wieder korrekt entkomprimieren kann, so dass das
Backup wertlos wäre.
Nicht angemeldet
Warum Antwort 2 nicht auch
Peter (Gast) · 6. Februar 2010, 11:10
Antwort 3 sehe ich ein. Aber warum ist 2 nicht richtig?
Warum Antwort 2 nicht auch
Anselm Lingnau (eingetragen) · 6. Februar 2010, 11:31
Heutige Computer sind ziemlich schnell und Bandlaufwerke sind im Vergleich ziemlich langsame Geräte. (Wenn man sich bei den Herstellern von Bandgeräten umschaut, dann versprechen die einem für die teuersten Modelle Transferraten, die etwa denen von Festplatten entsprechen, aber ob man das in der Praxis erreicht, ist natürlich eine ganz andere Frage. Und Festplatten sind ja auch ziemlich langsame Geräte.) Das Komprimieren fällt gegenüber dem Schreiben aufs Band darum kaum ins Gewicht.
Im übrigen können die Bandgeräte meist ihre eigene Komprimierung machen, die an die Erfordernisse des Bandes vielleicht besser angepasst ist. Bevor man also gzip oder bzip2 verwendet, sollte man eventuell die Laufwerks-Komprimierung ausprobieren.
Warum Antwort 2 nicht auch
Peter (Gast) · 6. Februar 2010, 11:59
Mir ist bewusst das tar als "tape archiver" entwickelt wurde...
Aber in der Frage ist nirgends die Rede von Bandlaufwerken.
In meiner Vorstellung eines Backups mittels tar ist das erstmal völlig unabhängig vom Speichermedium. Was spricht gegen ein Backup mittels tar auf USB-Sticks oder -Platten, NFS Shares, CDROM, iSCSI, SAN, NAS, ...?
Unabhängig wie sinnvoll oder nicht dabei eine Komprimierung wäre, würde sie aber in jedem Fall die Zeit, die für das Erstellen des Backups benötigt wird, verlängern.
Warum Antwort 2 nicht auch
Anselm Lingnau (eingetragen) · 6. Februar 2010, 13:55
Also das mit den Bandlaufwerken, die nicht in der Frage vorkommen, ist ein berechtigter Punkt. Aber das läßt sich ändern :^)
Hier noch ein paar Anmerkungen zu den anderen Kommentaren:
Auch bei Backups auf Nicht-Bändern möchte man bestimmt nicht, dass wegen eines Fehlers vorne im Archiv das komplette Archiv unbenutzbar wird. Bei Softwaredistribution (wo ».tar.gz« gängig ist) ist das hingegen egal.
Bei den heute durchaus gängigen Prozessoren mit Mehrfachkern ist es gut möglich, dass ein Kern sich um das Komprimieren kümmert und ein anderer ums Wegschreiben. Da das Wegschreiben bei den allermeisten in Frage kommenden Medien viel langsamer ist als das Komprimieren, kostet das Komprimieren dann (zumindest auf der Uhr an der Wand) nichts.