Welche anderen Mount-Optionen impliziert die Option user?
sync und noauto
nosuid und noexec
nodev, nosuid und noexec
ro und noexec
LPI-Lernziel Das Ein- und Aushängen von Dateisystemen steuern (104.3)
Die Option user impliziert die drei weiteren Optionen nodev, nosuid
und noexec (Antwort 3).
nodev bewirkt, dass Gerätedateien auf dem eingehängten Dateisystem
ignoriert werden -- das verhindert, dass clevere Cracker ein
Dateisystem einhängen, das eine Gerätedatei à la /dev/kmem
(zeichenorientiertes Gerät mit Gerätenummer (1, 2)) einschleppt, auf
die sie mit ihrer lokalen Identität schreiben können. So eine Datei
läßt sich auf einem anderen Rechner, wo man root ist, leicht auf
einer Diskette oder einem USB-Stick anlegen und erlaubt es jemandem,
der sich mit Linux-Interna auskennt, etwa die Benutzerkennung der
eigenen Login-Shell auf root zu setzen; eine gravierende
Sicherheitslücke.
nosuid sorgt dafür, dass die SUID- bzw. SGID-Bits auf Programmen im
eingehängten Dateisystem ignoriert werden. Das hindert clevere Cracker
daran, ausführbare Programme einzuschleppen, die SUID root sind und
anschließend eine Shell starten.
noexec bewirkt, dass überhaupt keine ausführbaren Programme von dem
Medium gestartet werden. Ein Cracker muss ein ausführbares Programm also
erst in ein Dateisystem umkopieren, wo er tatsächlich Programme starten
darf, und dabei wird sichergestellt, dass es hinterher ihm gehört und
allfällige SUID- bzw. SGID-Bits gelöscht sind. Bis vor nicht allzulanger
Zeit war es übrigens möglich, trotz noexec Programme von einem
entsprechenden Dateisystem zu starten, indem man sie direkt über den
dynamischen Lader (ld-linux.so) aufrief; diese Lücke ist aber inzwischen
gestopft.
Wenn Sie ein Dateisystem per user (oder users) freigeben, können
Sie alle diese Optionen wieder in Kraft setzen, indem Sie das
entsprechende »positive« Gegenteil in der Optionsliste nach dem user
erwähnen, etwa wie user,exec. Sie tun das natürlich auf eigene Gefahr.
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