In welche der folgenden Verzeichnisse wird bei einem FHS-konformen System im laufenden Betrieb nicht geschrieben? (Wählen Sie alle zutreffenden Antworten aus.)
/usr
/opt
/var
/home
/etc
/dev
LPI-Lernziel Systemdateien finden und Dateien am richtigen Ort platzieren (104.7)
Tabu fürs Schreiben sind /usr und /opt (Antworten 1 und 2); diese
Verzeichnisse können aus Sicherheitsgründen auf nur lesbaren Dateisystemen
untergebracht werden.
/var und /home (Antworten 3 und 4) dienen zum Speichern von Protokoll- und
anderen veränderlichen Daten wie ungelesener Mail, ungedruckten Druckjobs
und ähnlichem einerseits und den Daten einzelner Benutzer andererseits. Hier
muss Schreiben natürlich erlaubt sein.
In /etc (Antwort 5) sollte eigentlich nicht geschrieben werden
müssen, außer wenn der Administrator etwas an der Systemkonfiguration
ändert. Es gibt aber Ausnahmen wie die Datei /etc/mtab, in der das
mount-Kommando vermerkt, welche Dateisysteme gerade offiziell
eingehängt sind. Deren Existenz ist historisch so eingefahren, dass
man sie nicht leicht los wird, auch wenn man sie gerne los wäre.
Auch in /dev (Antwort 6) sollte man eigentlich nicht schreiben
müssen. Traditionell sehen die meisten Distributionen kilometerlange
Listen von Gerätenamen in /dev vor, auch wenn die wenigsten Rechner
wirklich über 23 SCSI-Platten oder 7 ISDN-Karten verfügen
werden. Moderne Linux-Systeme verfügen mit udev aber über eine
Infrastruktur, die es ermöglicht, dynamisch Namen in /dev für neue
Hardware wie USB-Platten, Videokameras und ähnliches zu vergeben und
auch sonst nur Gerätedateien für die wirklich vorhandenen Geräte nach
/dev zu tun. Dafür muss /dev beschreibbar sein; in Wirklichkeit
liegt es mit udev meist sogar in einer RAM-Disk.
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