Sie betreiben ein SUSE-Linux-System und möchten eine Software installieren, die nur als RPM-Paket für Red Hat Linux zur Verfügung steht. Funktioniert das?
Ja -- alle RPM-basierten Linux-Systeme sind kompatibel
Nein -- ein Red-Hat-RPM-Paket bringt ein SUSE-System auf jeden Fall durcheinander
Nein -- das SUSE-Programm rpm lehnt RPM-Pakete für Red Hat Linux ab
Vielleicht -- aber es ist sehr gefährlich
LPI-Lernziel RPM- und YUM-Paketverwaltung verwenden (102.5)
Ein gemeinsames Paketformat bedeutet nicht, dass zwei Systeme auch ansonsten identisch sind -- es könnte zum Beispiel Unterschiede bei den für Abhängigkeiten wichtigen Paketnamen, bei den Orten für Init-Skripte, Bibliotheken oder Konfigurationsdateien und vielem anderen mehr geben. Entsprechend läßt sich weder pauschal behaupten, dass alle Systeme, die RPM verwenden, miteinander kompatibel sind (Antwort 1), noch dass die Installation eines Pakets für Distribution X auf Distribution Y nie funktionieren kann (Antwort 2).
Die tatsächliche Wahrheit liegt irgendwo zwischen beiden; ob eine solche »Kreuzinstallation« klappt oder nicht, hängt vor allem davon ab, wie tief sich das betreffende Paket ins Zielsystem integrieren möchte und wie seine Abhängigkeiten im Detail aussehen. Sollten Sie verzweifelt genug sein, um so etwas zu versuchen, sollten Sie also äußerst vorsichtig vorgehen -- Antwort 4 ist richtig.
Leider können Sie nicht davon ausgehen, dass das rpm-Programm merkt, dass
Sie ein Paket installieren wollen, das für eine andere Distribution gemeint
ist, und die Installation unterbindet (Antwort 3). Das ist nämlich
gar nicht vorgesehen.
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